Eismauern

Du versteckst dein Herz hinter
einer blaukristallenen Mauer aus Eis,
um nicht der Liebe zu erliegen!

Es wäre unmöglich, Gefühle zu zeigen,
dein Innerstes dem Menschen zu öffnen,
der Wärme dir schenkt und Leben.

Solche Geschenke verschmähst du,
es wäre ja möglich, 
das Eis könnte schmelzen.

Was würdest du dann tun
ohne den Schutzwall, den du 
gegen mich sicher nicht brauchst?
 

 

 

 

Neubeginn

Zuviel wurde verschüttet in der Zeit,
in der wir uns auseinanderlebten,
nun liegt es an uns selber,
alle Träume wieder freizuschaufeln,
die einmal uns verbunden, 
und nicht mehr nachzutrauern
dem, was war,
sondern ganz einfach 
neu beginnen 
und alle alten Fehler
nicht zu wiederholen!
 

 

 

 

 

Traumwolken

Gespinste aus Fantasien gewoben
schweben durch endlose Weiten.
Niemals kannst du sie leiten,
in jenen Räumen hoch droben
sind die Gedanken frei.
In des Universums Zonen
Myriaden herrlicher Sterne
leuchten in unendlicher Ferne
dort wo Träume noch wohnen,
leben auch wir Zwei.

 

 

 

 

Wunden

Es sind Wunden,
die keine Zeit heilt.
Sie vernarben vielleicht 
im Laufe der Tage,
doch mit jeder Berührung
kommen die Schmerzen,
durchlaufen alle Wege des Körpers
und bahnen den Weg 
sich zum Herzen,
erzwingen schlaflose Nächte
und lautlose Schreie.
Ich wünschte,
ich wäre dagegen immun ...
 

 

 

 

 Was blieb?

Was bleibt, ist Erinnerung.
Ohne Zorn schau ich zurück,
denn dafür war die Zeit zu schön.

Was bleibt, ist das Gestern.
Ohne Reue denk ich zurück,
denn dafür war die Zeit zu kostbar.

Was bleibt, ist ein Nichts von dem,
das festzuhalten ich nicht schaffte,
denn dafür war die Zeit zu kurz.

 

 

 

 

Man sagt ...

Man sagt, wenn ich nur atme, lebe ich! 
Das muss ein anderer sein.
Ich lebe erst, wenn ich dich atme,
wenn mein Mund von deinem trinkt.

Man sagt: Wenn ich nur fühle, lebe ich.
Das muss ein anderer sein.
Ich lebe erst, wenn ich dich fühle,
wenn meine Hand die deine hält.

Man sagt: Wenn ich nur hoffe, lebe ich.
Das muss ein anderer sein.
Ich hoffe immer, nur dich zu atmen,
dich zu fühlen. Leb ich deshalb?

Wenn all mein Hoffen, Atmen, Fühlen 
nichts weiter sind als leere, weiße Blätter
die niemals einen Schriftzug je gesehen-
was soll mir dann das Leben?
Auch wenn man sagt, es wäre schön .

 

 

 

.

Einbildung

Ich bild mir ein,
es sei ein Spiel gewesen,
ein Abenteuer, nur für kurze Zeit.
Ich bild mir ein,
du hättest mich benutzt,
um deine Langeweile zu vertreiben.
Ich bild mir ein,
dein Wort von Liebe
sei nur Spaß gewesen,
weil man es halt so sagt.

Ich bild mir ein,
ich hätte deine
Zärtlichkeit doch nur 
geträumt und wär’ erwacht.
Ich bild mir´s ein!
Ach könnte ich 
an meine Einbildung
nur glauben ...
 

 

 

 

Schreie

Und plötzlich schlägt die Tür zu,
die schon offen stand.
Dann schreist du gegen eine Mauer,
doch nur ein leeres Echo tönt zurück
und deine ungefragte Frage
bleibt ohne Antwort lebenslang.
Es war der kühle Wind am Abend,
er streichelte sanft dein Seidenhaar.
Wach auf, du träumtest doch nur 
einen toten Traum.
Er war es, der dich sanft berührte.
Nicht ich.
 

 

 

 

 

Ein paar Worte 

Ein paar Worte, die ich ersehnte,
wir redeten. Wir redeten 
aneinander vorbei 
und sagten doch wirklich 
kein einziges Wort.
Leer die Gedanken. 
Unbeschriebene Blätter. 
Keiner von uns wagt es,
sie zu füllen, aus Furcht, 
der andere könnte es lesen ...
 

 

 

 

 

Der Uhu

Sie ist gegangen.
So ganz einfach fortgegangen.
Ohne ein einziges Wort,
ohne einen Blick.
Nun sitzt er da mit zerrupftem Gefieder,
die großen Augen vor Tränen blind
und fragt sich: warum?

Eine Tür fiel ins Schloss,
lange noch bleibt dieser Klang
in den Ohren besteh'n.
Ihre Schritte verhallen
 auf dem weichen Moos der Sehnsucht.
Hoch oben im Baum lacht 
die schwarzweiße Elster.
Weiss sie, warum?
 

 

 

 

Manche Tage

Es gibt Tage,
die sind voller Licht.
Sonnenschein dringt 
in die fernsten Winkel deines Herzens.
Frag nicht: Warum!
Genieße nur die hellen Stunden,
in denen dein Herz Flügel hat.

Es gibt Tage,
die sind voller Schatten.
Finsternis verdrängt 
die Helligkeit des Seins.
Frag nicht, warum!
Ergreife die Gelegenheit,
um Ruhe in dir selbst zu finden.

Es gibt Tage,
da wirst du erkennen,
dass auch die Sonne wieder scheint 
und alle Schatten
hinterm Grau verschwinden.
Du darfst nur niemals 
die Geduld verlieren.

 

 

 

 

Verlorene Zeit

Es gab so manche Stunde,
die ich mit Warten nur verbrachte,
und immer war da Angst,
ich könnte dich versäumen.
Ich ging so manchen Weg,
um dich zu sehen.
Ich fand dich nicht.
Ausser in meinen Träumen.

 

 

 

 

 Einsturz

Es war ein Tag
wie tausend vorher schon.
Forsythienknospen
liessen uns den Frühling ahnen.
Du zogst von unten
eine Karte aus meinem 
kunstvoll aufgebauten Kartenhaus
und alles stürzte ein!

 

 

 

 

Geschenk

Ich schenk dir 
einen Traum, den Traum,
den wachend ich geträumt.
Ich schenk dir meinen Traum!
Nimmst du ihn an?

Als Gegengabe bitte ich 
um eines nur:
Schenk mir Vergessen!

 

 

 

 

Dann weine ...

Mein Herz ist leer geworden,
aber du hast immer einen Platz darin,
und wenn dir einmal zum Heulen ist,
dann weine!

Mit deinen Tränen
dringst du tief in meine Seele hinein
und du wirst spüren, dass ich bei dir bin,
auch wenn du glaubst, du wärst allein.

Mein Herz ist schwer geworden
vor Schmerz, doch du hast immer 
einen Platz darin, der bleibt frei,
bis du dort nicht mehr wohnen willst!

next1

 

top

 

Dann weine
Der Uhu
Eismauern
Einsturz
Ein paar Worte 
Einbildung
Geschenk
Man sagt ...
Manche Tage
Neubeginn
Schreie
Traumwolken
Verlorene Zeit
Was blieb?
Wunden

Spes inanis

top
top
top
top
1_pfeil_ob